Ohne Blob aber mit Pfiff
Der Einstieg in den Februar ist schnell erklärt. Nachdem die Northern Coalition unter der Führung von Morsus Mihi entschieden hat sämtliche Kräfte in Pure Blind zu sammeln und die Flottenkämpfe mit 3:1 in ein massives Ungleichgewicht stellte, blieben unseren Kräften nur noch Verteidigungstaktiken. Der Vorgehensweise einfach alle relevanten Systeme dermassen mit NC-Piloten zu füllen, das eine Schlacht gar nicht stattfinden konnte hatten wir von The Initiative. nichts entgegen zu setzen. So gaben wir unsere Tower auf und versuchten mit Guerilla und Stealth Taktiken dem Feind bei seinem geblobbe noch möglichst ein paar Schiffe abzujagen. Die Bilanz der letzten Phase unserer Kampagne war durchzogen, insgesamt die letzten zwei Monate jedoch konnten wir mit einer sehr guten Performance abschliessen. Immerhin, die Statistik spricht Bände und für DICIO zeigten sich für die gesamte Kampagne Werte von weit über 90% auf dem Killboard. Phantastische Werte von guten, engagierten und ausdauernden Piloten.
Doch auch der härteste Kämpfer braucht einmal Balsam für seine Seele und ein paar Tage Ruhe um sich vom Kampfstress zu erholen. So verfügte unsere Allianz nach dem Verlust unseres letzten Towers und einer Präsenz von 4:1 unseres Feindes eine Verschnaufpause und Heimaturlaub. Den haben wir dann auch gleich kreativ und relaxed genutzt, wie man hier sehen kann. Nachdem nun einige Piloten für zwei Wochen in Outer Rim, Flosten Paradise oder Segema Beach in Urlaub waren, die persönlichen Wallets zu Hause wieder aufgefüllt wurden, gemeinsame Minings- und Produktions-Events stattgefunden haben und der eine oder andere seine Nase in ein anderes Universum gehalten hat... wurden die Trommeln des Krieges wieder hervor geholt. Ja sogar rumgestänkert wurde bereits, denn zwei Wochen friedliche Roams zu Hause reichten einigen von unseren PvPlern nicht... die Sucht des Krieges fordert ihren Tribut. Und so war die Freude gross, als am 15. Februar die zweite Phase unserer Pure Blind Kampagne gestartet wurde. Sehr zur Überraschung alter Freunde. Ich zitiere gerne Pavel Checkov (Das unentdeckte Land), welcher sich auf einen 1967er Film mit Spencer Tracy, Sidney Poitier and Katharine Hepburn bezieht: "Guess who is comming to dinner?!" Nun, nach mehr als einer Woche zurück in Pure Blind hat sich das Schlachtfeld verlagert. Grosse Flottenkämpfe haben keine mehr stattgefunden, die NC will nicht mehr zum Spielen kommen. Am Wochenende vom 20. Februar sprang die grosse Northern Coalition mit einer Dread- und Supportflotte von ca. 200 Piloten in unser Staging-System um eine unserer zwei POSen zu zertrümmern. Dies gelang ihnen auch fast verlustfrei, wobei auf unserer Seite viele Bomber ihr Leben liessen und geplatzt sind. Leider ergaben sich die Woche davor und danach kaum Kämpfe, noch nicht mal richtige Scharmützel, denn neben dem einen Aufmarsch verkrochen sich die NCler wieder in ihre Systeme. Schade, denn jeden Abend ein paar arme Ratter und Plexer aus dem Belt schiessen ist auf Dauer langweilig. Und eine Station zu Campen wenn 40+ Gegner im Local sind ohne dass eine Reaktion erfolgt bringt auch nicht gerade den Puls zum Kochen. So konzentrierten wir uns auf schnelle Roams um überhaupt ein paar Opfer zu finden und sind fast täglich in ganz Pure Blind, Deklein und halb Fade unterwegs gewesen. Doch ganz so schlimm ist es nicht und meist meint es der Kampfgott gut mit uns und liefert ein paar Opfer, so dass wir mal hier und da ein Scharmützel und eigentlich sehr viel Spass haben. Kein Blob mehr aber viel Pfiff. Vor allem bei Camps auf feindlichen Hauptversorgungsrouten testen wir gerne den (nicht-)Intel unserer Gegner. Oder dann serviert dieser uns einen Carrier in Dockingrange, der von der Situation leicht überfordert irgendwie nicht zum docken kommt. It's done when it's done. (And we have done it!) Lange musste gewartet werden. Nach mehreren Anläufen, mehreren Wochen Bauzeit, einem riesigen gemeinschaftlichem Aufwand, vielen dutzenden Spenden, hunderten Stunden Mining und einer logistischen Operation die sich sehen lässt war es anfangs Februar endlich soweit: DRUCKWELLE Evolution hievt sich auf den nächsten Level. Unser gemeinsam erarbeiteter Titan hatte seinen Stapellauf. Nun, Titanen gibt es mittlerweile einige, dennoch ist es für kleine Corporations wie uns immer noch eine Meisterleistung, einen solchen zu erarbeiten. Das Grossartige an dem Ding ist, wir haben das Schlachtross nicht einfach gekauft, wir haben es gemeinschaftlich in Zusammenarbeit mit der ganzen Corporation gebaut. Natürlich gehört besonderer Dank denen, welche im Schlussspurt alles gegeben haben und denen, welche nach dem logistischen Riesenkrampf begonnen haben grüne Männchen zu sehen. Wir sind stolz darauf, dass solch grosse Teamleistung bei uns möglich ist und dazu noch viel Spass macht! Wir haben uns das Ungetüm hart erarbeitet, gemeinsam. Und jedem und jeder gehört eine Schraube, eine Kanone, ein Shield Emitter oder ein Tank aufbereitetes Wasser. Der grosse Vogel ermöglicht unserer Corporation, aber auch unserer Allianz neue logistische Möglichkeiten und im Verbind mit den anderen Titanen ergänzt er die grosse Kraft, welche wir auf und neben dem Schlachtfeld einbringen können. 300! Sparta? Spaaaaaartaaaa... ähm nicht ganz. Mit Sparta und Persern hat das nichts zu tun, zumindest haben wir keine Geschichte darüber gefunden. Zwei Zeilen fanden wir es aber trotzdem wert um zu erwähnen, dass DRUCKWELLE mit dem Essay "Moments of assertion" den Thread Nummer 300 im offiziellen deutschsprachigen EVE Online Forum bei den Roleplay Geschichten eröffnet hat. Für Fans von RPG und kurzweiliger Geschichten findet sich im betreffenden Forum allerhand kurioses, spannendes und frische Geschichten rund um und in unserem Universum. Reinigende Wirkung Schon die Gurus vor 3000 Jahren waren sich einig, dass ab und an ein Prozess mit reinigender Wirkung wahre Wunder vollbringen kann. Und das trägt sich bis heute. Auch wir von DICIO halten uns daran. Bereits letztes Jahr haben wir ein wohltuende Reinigung vollzogen und auch in diesem Jahr, jetzt im Februar haben wir uns wieder aufgemacht und unser Inneres gereinigt. Es ist ein Phänomen und "bewandert" jede Corporation die ich in den vielen Jahren im EVE Universum gesehen habe, ohne Ausnahme. In regelmässigen Abständen stellt man fest, dass ein Teil der Mitglieder eingeschlafen scheint. Nach unterschiedlicher Dauer passiert es, dass man den einen und den anderen irgendwie lange nicht mehr gesehen hat. Wenn man dann die Firmenstatistik befragt und im Forum schaut, so stellt man überrascht fest, dass die Leute fast täglich online sind. Aber eben nicht präsent. Es stellt sich nicht die Frage, ob es solch Leute hat, denn die hat es gemäss meiner Erfahrung immer, sondern wie viel der Anteil an der Gesamtpopulation in der Firma einnimmt. Und wir sprechen nicht von Piloten, die dank eines intakten Familienlebens an drei oder vier Abenden die Woche noch weitere Verpflichtungen wahrnehmen. Es sind die Leute, welche sich schleichend aus der Aktivität bewegen, sich nicht abmelden, einfach nicht mehr aktiv sind. Ist da guter Rat teuer? Nicht wirklich. Aus unserer Sicht gibt es hierzu keine Lösung, aber wirksame Massnahmen. Das dies gut funktioniert, zeigen unsere Erfahrungen bei DICIO, wo auch wir diese Tendenzen, bzw. Leute haben, aber auch gute Gründe, dass es bei den meisten gar nicht so weit kommt. Zum einen ist bei uns klar, dass weitergehende Verpflichtungen (RL) immer Vorrang haben, jederzeit. Man meldet sich im extra eingerichteten Kommunikationskanal ab und gut ist. Zum anderen legen wir vergleichsweise viel Wert auf die Auswahl und die Motivation der Piloten. Unser Auswahlverfahren ist konsequent und aufwendig, unsere Einführungsgespräche nachhaltig. Es wird nicht passend gemacht und nichts erzwungen. Als weitere positive Massnahme hat sich unsere offene Tür erwiesen. Wer als Vollmitglied aufgenommen wurde, der gehört zur Familie. Geht er eines Tages, z.B. aufgrund von anderweitigen Verpflichtungen, so ist er jederzeit und ohne komplizierte Verfahren gerne wieder gesehen und wird ohne Probleme wieder aufgenommen. Das alles ist viel Arbeit doch noch nicht alles. Ein weiteres Mittel hilft: Die durchgehende Eigenverantwortung der Piloten. Ob bei Steuerfragen oder der Aktivität, der Spieler kann sich organisieren und hat viel Freiraum. Das ergibt ein professionelles Umfeld mit einem lockeren Umgang und viel Potential für Spass. Und für die wenigen Leute, die weder die Eigenverantwortung noch den Sinn einer aktiven Mitgliedschaft stark gewichten, bei denen halten wir uns ab und zu an die Lehren der 3000 Jahre alten Gurus. Das hat eine reinigende Wirkung. |